Mittwoch, 20. Juni 2012

recently i felt the urge of change


Wir leben in einer Welt, in der wir alles was wir uns nur träumen können jederzeit und überall bekommen können - vorrausgesetzt wir wurden am “richtigen Ort” geboren. Wir denken nicht nach, wir leben Tag für Tag vor uns hin, nach vorgeschriebenen Regeln und überlegen nie, ob das, was wir tun richtig ist. Wir verblenden Leid und verdrängen unangenehme Wahrheiten. Jeder von uns weiß, dass es auf der Welt alles andere als harmonisch zugeht. Kriege, Hungersnöte, Diktatur, Armut… Wir wissen von all diesen Dingen doch verdrängen sie tagtäglich. Bilder in den Nachrichten, die mehr Leid zeigen, als auf der Welt je existieren sollten nehmen wir zwar wahr, doch mindestens genauso schnell vergessen wir sie wieder. 
Erwachen. 
Jeder von uns lebt in seinem Alltagstrott. Jeder von uns hat tief in sich das Bedürfnis etwas zu verändern, die meisten von uns übergehen dieses Bedürfnis aber leichtsinnig, da es ja viel zu schwer sei, etwas zu verändern.
Ein Einzelner kann doch eh nichts bewirken.
Ich war bis vor kurzem genauso . Ich wusste, dass es falsch ist, dass man Tiere leiden lässt, ich wusste, dass es falsch ist, wie wir unsere Nahrung produzieren und vor allem wusste ich, dass ich nichts dagegen machen kann. Und das denkt jeder. Doch für eine Veränderung braucht es Individuen. Individuen, die nachdenken. Die etwas verändern wollen - und das dann auch können. Um etwas zu verändern braucht es mehr als nur eine Person - doch auch eine Person kann so viel verändern.
In den letzten Wochen habe ich mich mehr mit unserer Ernährungsproduktion beschäftigt als all die 20 Jahre zuvor zusammengenommen. Ich habe angefangen nachzudenken und bin nun dabei mich zu verändern. Ich verändere mein Denken, mein Handeln und vor allem verändere ich mich selbst. Ich will nicht länger zusehen - ich will handeln. Ich will nicht länger verdrängen - ich will denken. Ich will nicht länger glauben - ich will sehen. 
Ein Moment, der alles verändert hat. 
Es begann vor etwas über einem Monat als ich meinen Hund in den Armen hielt und merkte, dass ich diesen Hund über alles liebte. Ich schaute ihm in die Augen und wusste auf irgendeine Art und Weise, dass sie mich versteht. Sie kann tiefer in mich hineinsehen als jeder Mensch. Sie weiß wie ich fühle, noch bevor ich es selbst begreife und sie liebt auf eine Art und Weise wie es ein Mensch nie könnte. Bedingungslos, nicht nachtragend, nicht fordernd und vor allem aufrichtig. 
In diesem Moment wurde mir klar, wie sehr ich meinen Hund liebe. Und ich begann zu denken. Mir wurde klar, dass ich alles tun würde, um meinen Hund zu beschützen. Mir wurde klar, dass  ich einfach nicht so weiter machen kann.
Ich wusste schon immer, dass es falsch ist Fleisch zu essen.
Zahlreiche Versuche des Vegetarismus scheiterten noch in der Umstellung und zahlreiche Male folgte auf Euphorie wieder Gleichgültigkeit. “Wenn jeder es macht, kann es doch nicht so falsch sein” “Es ist doch vollkommen normal Fleisch zu essen”
Doch diesmal ist alles anders. Ich habe einfach aufgehört - SOFORT.
Nicht so wie sonst - noch ein Burger, noch ein Schnitzel, noch ein… sondern einfach sofort. Ich habe seither auch nie mehr das Bedürfnis danach gehabt.